Karies

Zahnschmelz enthält etwa 97% kristalline Mineralien (Apatitkristalle aus Kalzium und Phosphat), sehr wenig Protein (Eiweissstoff) und etwa 1% Wasser. Darum ist er für verschiedene wasserlösliche Stoffe geringfügig durchlässig, z.B. für Fluorid, Kalzium, Phosphat und einige Säuren. Dentin (Zahnbein) besteht zu zwei Dritteln aus Mineralien, im Übrigen aus Protein (Eiweissstoffe) und Wasser. Nur das Zahnmark enthält, ähnlich wie Gewebe unter der Haut, Blutgefässe, lebende Zellen und Nerven.

In der Mundhöhle, wo es warm und feucht ist, leben immer Mikroorganismen (Bakterien und Fadenpilze), deren Hauptnahrung aus Zucker und anderen Stoffen in Speiseresten besteht. Ein Teil dieser Mikroorganismen bildet einen klebrig-zähen Belag auf den Zähnen: die Plaque (in der Abbildung gelb gezeichnet).

Karies Gingivitis                             Karies Gingivitis

Die Plaque-Bakterien haben einen typischen Stoffwechsel: sie nehmen vor allem Zucker auf und vergären ihn innerhalb weniger Minuten zu Säuren. Diese Säuren dringen in den Schmelz ein und greifen die Apatitkristalle an. Mit der Zeit erscheint der Zahnschmelz an dieser Stelle kreidig weiss: man spricht vom Kreidefleck, dem ersten Anzeichen von Zahnkaries. Beim Kreidefleck ist die Zahnoberfläche noch vorhanden. Bricht jedoch diese entkalkte, aufgeweichte Oberfläche schliesslich ein, ist das «Loch», der Kariesschaden, entstanden.

Ungefähr in diesem Zeitpunkt wird auch das Dentin angegriffen. Dieses wird einerseits entkalkt, vor allem aber dringen Bakterien durch die Kanälchen des Dentins gegen das Zahnmark vor. Mit fortschreitender Dentinkaries können die Bakterien auch ins Blut und in andere Organe des Körpers eindringen.

Karies Karies (2)     Karies (4)         Karies (3)

 

Karies In jeder Mundhöhle leben Millionen von Bakterien und Pilzen. Zu den kugelförmigen Streptokokken (grün) gehört auch der Kariesverursacher Streptococcus mutans.
Karies (5) In einer Furche des Zahnschmelzes hat sich Plaque gebildet. Die darin lebenden Bakterien vergären Zuckerstoffe zu Milchsäure. Diese Säure entzieht dem Zahnschmelz Kalzium und Phosphat. Der Schmelz wird weich und bricht schliesslich ein: ein «Loch» ist entstanden.
Karies (6) Unter dem Schmelz liegt das weichere Dentin. Im Bild sichtbar sind die Kanäle, welche die Verbindung zum Zahnnerv (Pulpa) sicherstellen. Gelangen die Bakterien ins Dentin, so reizen sie den Zahnnerv und Zahnschmerzen entstehen.

 

 

 

 

 

 

Quelle: SSO, Schweizer Zahnärzte Gesellschaft